Methodik & Quellen
What’s better? rechnet nachvollziehbar und ohne Blackbox. Alle Werte beziehen sich auf 100 g bzw. 100 ml.
Der Kinder-Score (0–100)
Jedes Produkt startet bei 100 Punkten. Abgezogen wird für Nährstoffe, die Kinder eher begrenzen sollten, hinzugerechnet wird für günstige Bestandteile:
- Zucker: bis −40 Punkte (bei Getränken bis −45, weil flüssiger Zucker besonders ungünstig ist).
- Salz: bis −22 Punkte.
- Gesättigte Fettsäuren: bis −20 Punkte.
- Zusatzstoffe und Verarbeitungsgrad (NOVA): bis −10 Punkte je Kriterium.
- Ballaststoffe, Protein, Obst-/Gemüseanteil: zusammen bis +26 Punkte.
NOVA-Farben
Die NOVA-Klassifikation beschreibt den Verarbeitungsgrad. Wir hinterlegen das Badge in der passenden Farbe:
- NOVA 1 · unverarbeitet
- NOVA 2 · verarbeitete Zutat
- NOVA 3 · verarbeitet
- NOVA 4 · hochverarbeitet
Fehlt die Angabe in den Daten, zeigen wir kein NOVA-Badge.
- NOVA-Klassifikation der Verarbeitung
Universität São Paulo
Gruppe 4 steht für hochverarbeitete Produkte, die mit schlechteren Ernährungsergebnissen verbunden sind.
Bewertung: ab 80 „sehr gut“, ab 65 „gut“, ab 50 „mittel“, ab 35 „schwach“, darunter „kritisch“.
Kategorie-Ranking und Vergleich
Wir laden Produkte derselben Kategorie aus Open Food Facts – Produkte, die in Deutschland erhältlich sind, zuerst. Verglichen wird nur innerhalb derselben Art (Getränke mit Getränken) und nur mit Produkten, die vollständige Nährwerte haben.
- Das gescannte Produkt bekommt einen Platz im Ranking, dazu Perzentil, Bestwert und Kategoriedurchschnitt.
- Als Alternative zeigen wir nur Produkte mit mindestens 8 Punkten Vorsprung und mindestens einem konkreten Nährwertvorteil – maximal drei.
- Ist das Produkt selbst das beste, sagen wir das klar und listen die nächstbesten Produkte zum Einordnen.
- Liegen weniger als fünf vergleichbare Produkte vor, zeigen wir kein Ranking, sondern einen Hinweis auf die Datenlage.
Verfügbarkeit in Deutschland
- Zielmarkt ist Deutschland: Wir fragen Open Food Facts zuerst mit dem Länderfilter „Deutschland“ ab, erst danach international.
- Bei den Vorschlägen stehen Produkte mit Deutschland-Kennzeichnung vorn. Reichen sie nicht für drei Alternativen, ergänzen wir EU-Produkte und markieren sie mit „evtl. nur online bestellbar“.
- Die Handelsketten-Chips („In DE erhältlich · REWE, dm“) stammen aus dem Feld „stores“ der Community-Daten. Sie sind ein Hinweis, keine Bestandsgarantie.
- Die Shop-Links führen in die Produktsuche der jeweiligen Händler-Website, vorbelegt mit Marke und Produktname. Wir verdienen daran nichts und zeigen keine Preise.
- „Läden in der Nähe“ ist freiwillig: Erst nach Klick und Standortfreigabe suchen wir Supermärkte und Drogerien bekannter Ketten im Umkreis von 5 km über OpenStreetMap (Overpass). Der Standort wird nur für diese Abfrage genutzt und nicht gespeichert.
- Ob ein bestimmtes Produkt in einer konkreten Filiale vorrätig ist, können wir nicht prüfen – dafür gibt es keine offenen Daten.
Verfügbarkeits-Prüfung („Verfügbarkeit prüfen“)
- Die Prüfung startet erst nach Klick. Wir fragen dann die öffentlichen Produktsuchen der Händler ab – zuerst mit der EAN/Barcode, danach mit Marke und Produktname.
- Geführt bei: Der Händler liefert einen Treffer für dieses Produkt, oder die Produktdatenbank (Open Food Facts, Feld „stores“) nennt die Kette. Nur diese Händler zeigen wir als Treffer, und nur deren Filialen erscheinen danach in „Läden in der Nähe“.
- Nicht prüfbar: Manche Ketten erlauben keine automatisierte Abfrage (Bot-Schutz, Login-Zwang) oder haben keine durchsuchbare Sortimentsliste. Diese Händler zeigen wir aufklappbar mit Suchlink, damit du dort selbst nachsehen kannst.
- Händler ohne Treffer blenden wir aus. Ergebnisse werden pro Produkt 7 Tage zwischengespeichert, damit die Prüfung beim nächsten Aufruf sofort da ist.
- Geprüft wird die Sortimentslistung, nicht der Lagerbestand einer Filiale. Regionale Sortimente können abweichen. Die Prüfung verändert weder Score noch Auswahl oder Reihenfolge der Alternativen – nur die angezeigten Bezugsquellen.
Direktvermarkter-Marken (z. B. KoRo, ahead, nu3)
Manche Marken verkaufen ihre Produkte gar nicht über Supermärkte, sondern nur über den eigenen Online-Shop. Eine Händlerprüfung wäre dort immer ergebnislos und damit irreführend.
- Wir erkennen solche Marken über eine kuratierte Liste (aktuell KoRo, ahead, nu3) – rein anhand der Markenangabe, nicht über Vermutungen aus dem Produktnamen.
- Für diese Produkte zeigen wir den Hinweis „Nur direkt beim Hersteller erhältlich – nicht im Supermarkt“, einen Link in den Herstellershop und – falls dort geführt – Amazon als zweite Bezugsquelle. Supermarktliste und Ladensuche in der Nähe entfallen.
- Als Alternative bleiben solche Produkte zugelassen, sie werden mit „Nur online beim Hersteller“ gekennzeichnet und nach Produkten aus dem deutschen Einzelhandel einsortiert (vor EU-Ware und unklarer Verfügbarkeit).
- Score, Nährwertvergleich und Auswahl der Alternativen bleiben davon unberührt. Die Liste ist manuell gepflegt – wenn eine Marke neu in den Handel kommt, kann sie kurzzeitig falsch eingeordnet sein.
Herkunft & CO₂-Bilanz
Wir rechnen keine eigene CO₂-Bilanz. Wir zeigen den Wert, der in der offenen Datenbank zum jeweiligen Produkt hinterlegt ist – und sagen es deutlich, wenn keiner vorliegt.
Wie der Wert zustande kommt
- Zu jedem Produkt fragen wir bei Open Food Facts den Klima-Datensatz ab. Ist dort ein Agribalyse-Wert für die Produktkategorie hinterlegt, übernehmen wir ihn unverändert.
- Einheit ist immer kg CO₂e pro kg Produkt – also Treibhausgase über den gesamten Lebensweg: Landwirtschaft, Verarbeitung, Verpackung, Transport und Handel. „CO₂e“ heißt CO₂-Äquivalente, andere Treibhausgase wie Methan sind in CO₂ umgerechnet enthalten.
- Es sind Kategorie-Durchschnittswerte, keine herstellergeprüften Einzelwerte einer bestimmten Charge oder Fabrik. Sie taugen für die Größenordnung, nicht für Vergleiche auf der zweiten Dezimalstelle.
- Damit Produkt und Alternativen vergleichbar bleiben, zeigen wir jeden Wert in derselben Einheit (kg CO₂e pro kg, eine Dezimalstelle) und ordnen ihn in dieselbe CO₂-Stufe A–E ein. Diese Stufe leiten wir aus dem Quellwert ab, wir berechnen keinen eigenen Wert.
- Schwellen bei Lebensmitteln: bis 1 kg CO₂e/kg Stufe A, bis 2 B, bis 5 C, bis 10 D, darüber E. Bei Getränken gelten 0,25 / 0,5 / 1,5 / 3 kg CO₂e/kg, weil Getränke überwiegend aus Wasser bestehen. Innerhalb eines Vergleichs verwenden wir für alle Alternativen die Schwellen des gescannten Produkts – sonst wären die Buchstaben nicht untereinander vergleichbar.
- Beim Vergleich mit einer Alternative zeigen wir zusätzlich den prozentualen Unterschied der beiden hinterlegten Werte ((Alternative − Produkt) ÷ Produkt), gerundet. Verglichen wird nur, wenn für beide Produkte ein Wert vorliegt.
- Davon getrennt ist die „Umwelt-Note (Quelle)“ A–E: die fertige Bewertung der offenen Datenbank (Eco-Score). Wir berechnen sie nicht. Liegt sie nicht vor, steht dort „Umwelt-Note nicht angegeben“. Fehlt der CO₂-Wert, steht „CO₂-Bilanz nicht angegeben“ – wir schätzen dann nichts.
- Herkunft der Zutaten und Herstellungsort übernehmen wir ebenfalls unverändert aus Open Food Facts. Wir leiten daraus keine Transportemissionen ab.
Quellen
- Open Food Facts – offene Produktdatenbank, liefert Produkt-, Herkunfts- und Klimafelder (Open Database License).
- Agribalyse (ADEME) – Ökobilanz-Datenbank der französischen Umweltagentur, Ursprung der CO₂e-Werte je Lebensmittelkategorie.
- Eco-Score – Grundlage der Umwelt-Note A–E.
Was „nicht angegeben“ bedeutet
- „Nicht angegeben“ heißt: In der offenen Datenbank fehlt für dieses Produkt der Wert. Es heißt nicht, dass das Produkt klimafreundlich oder besonders belastend ist.
- Häufige Gründe: Die Produktkategorie ist nicht eindeutig erfasst, der Eintrag ist noch unvollständig, oder für die Kategorie existiert kein Agribalyse-Datensatz.
- Wir füllen solche Lücken nicht mit Schätzungen, Durchschnitten anderer Produkte oder eigenen Annahmen zu Transportwegen.
- Fehlt bei einem der beiden Produkte der Wert, entfällt der CO₂-Vergleich – wir zeigen dann keine Prozentangabe.
- Klimadaten fließen nicht in den Kinder-Score ein und ändern weder Auswahl noch Reihenfolge der Alternativen.
Ernährungsprofil (Unverträglichkeiten & Ernährungsweise)
- Geprüft wird gegen die Allergen-, Spuren-, Label- und Zutatenangaben aus Open Food Facts sowie die automatische Zutatenanalyse (vegan/vegetarisch).
- Das Profil filtert nichts weg: Produkte werden nur markiert – passend, unpassend oder „keine Angabe“. Reihenfolge und Auswahl der Alternativen richten sich weiter allein nach dem Kinder-Score.
- Fehlt eine Angabe, zeigen wir „keine Angabe – bitte Etikett prüfen“ statt einer grünen Bestätigung. Bei echten Allergien ist immer das Etikett auf der Packung ausschlaggebend.
- Das Profil wird ausschließlich lokal im Browser gespeichert, ohne Konto.
Themen-Filter in der Alternativen-Liste
- „Vegan“ prüft Vegan-Siegel und die automatische Zutatenanalyse, „Ohne Zusatzstoffe“ die deklarierten Zusatzstoffe und Süßstoffe, „CO₂-Stufe A“ die oben beschriebene CO₂-Stufe und „Herkunft“ die Herkunfts- und Herstellungsangaben (Deutschland / EU-Mitgliedstaat / außerhalb der EU).
- Mehrere Filter gelten gleichzeitig. Die Zahl am Filter zeigt, wie viele der gefundenen Alternativen die Angabe belegt erfüllen.
- Fehlt die Angabe in der Quelle, verschwindet das Produkt nicht: Es steht getrennt unter „Angabe fehlt – bitte Etikett prüfen“. So bleibt sichtbar, was Datenlücke ist und was belegter Treffer.
- Filter ändern nur die Anzeige. Kinder-Score, Nährwertvergleich und die Auswahl- und Sortierkriterien der Alternativen bleiben davon unberührt.
Unabhängigkeit & Provisions-Links
Shop-Links können Provisions-Links sein (u. a. Amazon PartnerNet, Awin). Sie ändern nichts am Preis und nichts an der Bewertung: Welche Alternativen erscheinen und in welcher Reihenfolge, ergibt sich allein aus dem Kinder-Score und dem Kategorie-Ranking. Es gibt keine bezahlten Platzierungen.
Grenzen
- Open Food Facts wird von Freiwilligen gepflegt; Angaben können veraltet oder unvollständig sein.
- Allergien, Unverträglichkeiten und Portionsgrößen fließen nicht in den Score ein.
- Kategorien sind teils grob; deshalb prüfen wir mehrere Kategoriestufen.
- Der Score bewertet einzelne Produkte, nicht die gesamte Ernährung.
Deutsche Referenzwerte (Bundeslebensmittelschlüssel)
- Als deutsche Referenz nutzen wir den Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0 des Max Rubner-Instituts – die amtliche deutsche Nährstoffdatenbank mit 7.140 Lebensmitteln (Open Data, CC BY 4.0).
- Der BLS enthält generische Lebensmittel, keine Markenprodukte. Wir ordnen ein Produkt dem ähnlichsten BLS-Lebensmittel zu (Markennamen werden dabei ignoriert) und zeigen dessen Werte als deutschen Referenzwert. Passt die Zuordnung erkennbar nicht – etwa weil mehrere Nährwerte um ein Mehrfaches abweichen – zeigen wir keinen Referenzwert an.
- Die Herstellerangaben werden dadurch nie ersetzt oder ergänzt: Angezeigt bleiben immer die Werte aus der Produktdatenbank. Der BLS dient nur der Einordnung („typisch“, „mehr“, „weniger“) und der Plausibilitätsprüfung.
- Unstimmige Angaben – z. B. Einzelwerte über 100 g pro 100 g, physikalisch unmögliche Energiewerte oder extreme Ausreißer gegenüber der Gruppe – werden als Hinweis „Angaben prüfen“ markiert.
- Die NOVA-Gruppe wird nicht aus dem BLS geschätzt; sie erscheint nur, wenn die Produktdatenbank einen Wert liefert.
- Referenzwerte beeinflussen weder den Kinder-Score noch Auswahl oder Reihenfolge der Alternativen.
Zutaten, Allergene und Siegel
- Zutatenliste, Allergene, mögliche Spuren, Zusatzstoffe (E-Nummern) und Siegel stammen unverändert aus der offenen Produktdatenbank – wir interpretieren die Zutaten nicht.
- Die Angaben sind dort von der Community erfasst und deshalb häufig unvollständig oder veraltet. Fehlende Angaben kennzeichnen wir als „In der Datenbank nicht angegeben“ statt sie weglassen.
- Im Vergleich mit den Alternativen zeigen wir nur Unterschiede, die die Datenbank belegt: wegfallende oder zusätzliche Allergene, mehr oder weniger Zusatzstoffe und zusätzliche Siegel. Fehlen bei einem der beiden Produkte die Angaben, zeigen wir statt eines Vergleichs den Hinweis „Kennzeichnung unvollständig“.
- Verbindlich ist immer das Etikett auf der Verpackung – besonders bei Allergien. Zutaten, Allergene und Siegel beeinflussen weder den Score noch Auswahl oder Reihenfolge der Alternativen.
Wie erkennen wir eingestellte Produkte?
Es gibt in Deutschland keine öffentliche Liste, die zuverlässig sagt, welches Lebensmittel aus dem Handel genommen wurde. Wir kombinieren deshalb mehrere Signale und sind dabei bewusst vorsichtig:
- Markierung der Quelle: Ist ein Produkt in der offenen Produktdatenbank als „obsolete“ markiert, gilt es als eingestellt.
- Alter und Scan-Aktivität: Wurde ein Datensatz seit über drei Jahren nicht aktualisiert und kaum noch gescannt, stufen wir ihn als „möglicherweise veraltet“ ein.
- Nutzermeldungen: Ab drei unabhängigen Meldungen „nicht mehr erhältlich“ gilt ein Produkt als eingestellt.
- Manuelle Prüfung: Ein geprüftes Urteil unserer Redaktion überstimmt alle automatischen Signale – in beide Richtungen.
Produkte, die als eingestellt oder wahrscheinlich veraltet gelten, schlagen wir nie als Alternative vor. Scannst du ein solches Produkt selbst, zeigen wir es weiterhin an – mit einem entsprechenden Hinweis. Grenzen: Regionale Auslistungen, Aktionsartikel und Verpackungswechsel erkennen wir nicht sicher. Der Blick ins Regal oder beim Händler bleibt die letzte Instanz.
Quellen
- WHO-Leitlinie zu freiem Zucker
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Freier Zucker soll unter 10 % der Energiezufuhr liegen, besser unter 5 % – besonders bei Kindern.
- WHO-Leitlinie zu Natrium
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Für Kinder gilt ein nach Energiebedarf abgesenkter Salzrichtwert (Erwachsene: unter 5 g Salz pro Tag).
- WHO-Nährwertprofil-Modell für Europa
WHO Regionalbüro für Europa
Definiert Grenzwerte für Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln, die an Kinder vermarktet werden dürfen.
- DGE-Referenzwerte: Ballaststoffe
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Ballaststoffreiche Lebensmittel (ab ca. 3 g/100 g) sättigen besser und fördern die Darmgesundheit.
- DGE-Referenzwerte: Fett und Fettsäuren
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Gesättigte Fettsäuren sollen maximal rund 10 % der Energiezufuhr ausmachen.
- Nutri-Score Berechnung
Santé publique France / EU-Konsortium
Offizielle Nährwertkennzeichnung A–E, in Deutschland freiwillig genutzt.
- NOVA-Klassifikation der Verarbeitung
Universität São Paulo
Gruppe 4 steht für hochverarbeitete Produkte, die mit schlechteren Ernährungsergebnissen verbunden sind.
- Open Food Facts Produktdatenbank
Open Food Facts (offene Daten)
Alle Nährwerte, Zutaten und Kategorien stammen aus dieser offenen Datenbank.
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0
Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel
Deutsche Nährstoffdatenbank mit 7.140 Lebensmitteln; dient hier als Referenz zur Einordnung der Herstellerangaben (CC BY 4.0).
What’s better?